Nüsse sind Brainfood. Paranüsse gelten in der Fitness- und Gesundheitswelt als Superfood. Doch wer genauer hinschaut, stolpert schnell über kritische Fragen: Radioaktiv und mit Schwermetallen belastet? Gesundheitsgefahr durch Schimmeltoxine? Doch zu viel Selen? Was ist mit der Umweltbilanz?

Zeit für einen Blick auf die Paranuss. Basierend auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen erfahren Sie in diesem Artikel, wie Paranüsse sinnvoll, sicher und mit Genuss in den Alltag passen:

  • Was sind die Nährstoff-Vorteile der Paranuss – und gibt es eine Selen-Überdosierung?
  • Wie ist das Risiko für Radioaktivität und Schwermetalle einzuschätzen?
  • Gibt es einen Schutz vor dem Schimmelpilzgift Aflatoxin?
  • Wie viele Paranüsse sind sicher für den Verzehr?
  • Wie nachhaltig sind Paranüsse?
  • Gibt es Alternativen?

1. Paranüsse als Selen-Superfood

Paranüsse sind die Selen-Champions unter den Nüssen und den Lebensmitteln insgesamt.
Dieses Spurenelement wird oft nicht ausreichend aufgenommen, dabei ist es essenziell für:

  • das Immunsystem
  • den Schutz vor oxidativem Stress – das hält die Zellen länger jung und fit
  • die Bildung von Schilddrüsenhormonen. Schon gewusst? – Die Schilddrüse ist die Masterdrüse für den Energiestoffwechsel und die Geschlechtshormone!

Paranüsse sind eine exzellente Quelle für Selen. Sie weisen im Mittel 28–49 mg/kg (= µg/g) Selen auf – allerdings mit bis zu achtfachen Unterschieden zwischen einzelnen Nüssen derselben Charge, d.h. der Wert kann auch deutlich niedriger oder höher sein.
Bei ca. 5 Gramm Gewicht einer Paranuss sind das ca. 140-245 µg Selen pro Paranuss.

Eine aktuelle Studie zeigt, dass rund 85 % des Selens sehr gut bioverfügbar sind – der Körper kann es also effizient nutzen.
Damit reicht für die Selenaufnahme eine einzige Paranuss pro Tag völlig aus um den Tagesbedarf von 55-70 µg Selen zu decken!

Daran schließt sich gleich die Frage an: Können zu viele Paranüsse schaden bzw. gibt es eine Selen-Überdosierung?

Klare Antwort: Mehr Paranüsse als durchschnittlich eine pro Tag ist definitiv nicht empfehlenswert.
Eine chronische Überdosierung von Selen kann bei dauerhaft hohem Konsum problematisch werden und Stoffwechsel-, Schilddrüsen-, Haut- und Nervenschäden fördern, Leber- und Nierenschäden hervorrufen. Diese Effekte werden ab ca. 250-300 µg Selen/Tag in dauerhafter Aufnahme beobachtet.

Bei mehr als 400 µg Selen täglich in chronischer Aufnahme spricht man von einer Selenose. Sie ist gekennzeichnet von: Müdigkeit, Reizbarkeit/Depression, Knoblauchgeruch des Atems, Haarausfall, brüchige/verfärbte Nägel, Dermatitis, Hautläsionen.

Tipp: Über eine Blutprobe kann man den eigenen aktuellen Selenwert im Labor ermitteln lassen. Das ist auch über Online-Labore möglich.

2. Sind Paranüsse radioaktiv – und wie gefährlich ist das wirklich?

Paranussbäume reichern durch ihre tiefen Wurzeln natürliches Radium aus dem Boden an.

Das klingt dramatischer als es in der Realität und bei maßvollem Verzehr ist: Aktuelle Untersuchungen, unter anderem vom Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf, zeigen, dass nur etwa 2 % des enthaltenen Radiums im Verdauungstrakt freigesetzt werden – der Rest bleibt an pflanzliche Stoffe (z. B. Phytinsäure) gebunden und wird ausgeschieden.

Zur Einordnung: Eine Paranuss pro Tag entspricht etwa 2,4 Mikrosievert pro Jahr – das ist rund ein Tausendstel der durchschnittlichen natürlichen Strahlenbelastung in Deutschland.

3. Schwermetalle: Können Barium-Werte problematisch sein?

Barium gelangt vor allem über Trinkwasser und pflanzliche Lebensmittel wie Getreide, Gemüse, Nüsse und Milchprodukte in den Körper.
Paranüsse können Barium enthalten. Auch hier gilt: Die Bioverfügbarkeit ist sehr gering, nur ein minimaler Anteil gelangt tatsächlich in den Körper.

Nach aktuellem Forschungsstand sind die vermuteten Folgen einer chronisch zu hohen Bariumaufnahme wie Bluthochdruck oder Nierenprobleme bei normalem Verzehr nicht zu erwarten. Entscheidend ist – wie so oft – die Menge: Eine Paranuss pro Tag ist nach aktuellem Stand unbedenklich.

Zur Einordnung: Barium wird in der Medizin auch als Röntgenkontrastmittel bei Untersuchungen des Gastrointestinaltrakts in Form von Bariumsulfat verabreicht.

4. Schimmel & Aflatoxine: Wie lassen sich Risiken minimieren?

Paranüsse wachsen in feucht-tropischem Klima – ein Umfeld, das Schimmelpilzwachstum grundsätzlich begünstigt. Einige Schimmelpilze bilden die gefürchteten Aflatoxine. Aflatoxine können chronisch vor allem Leberkrebs, Immunschwäche und Wachstumsstörungen verursachen.

Absolute Sicherheit bezüglich der Abwesenheit von Aflatoxinen gibt es nur über Laboranalyse der jeweiligen Nüsse (Aflatoxine sind generell ein Thema bei Nüssen, die in feucht-warmen Regionen angebaut werden). Im Alltag helfen diese Regeln:

  1. Verpackte, kontrollierte Ware bevorzugen: Idealerweise Bio-Qualität oder Produkte mit Qualitäts­siegeln
  2. Sensorik beachten: Rissige, verfärbte oder muffig schmeckende Nüsse konsequent aussortieren – noch besser: diese Nusspackung nicht verwenden
  3. Richtig lagern: Nüsse – und damit auch Paranüsse – grundsätzlich immer kühl, trocken und dunkel – nicht offen in der warmen Küche, um Schimmelwachstum zu vermeiden

5. Wie viele Paranüsse sind sicher?

  • Für gesunde Erwachsene gilt: Maximal 1 Paranuss pro Tag ist unbedenklich und sinnvoll.
  • Für Kinder, Schwangere & Stillende empfiehlt das Bundesamt für Strahlenschutz vorsorglich den Verzicht oder besondere Zurückhaltung, da diese Gruppen empfindlicher auf Strahlung reagieren.

6. Paranüsse & Nachhaltigkeit: Genuss mit gutem Gewissen?

Paranüsse stammen fast ausschließlich von wild wachsenden Bäumen im Amazonasgebiet, Plantagen gibt es kaum.

Das Sammeln der Nüsse sichert lokalen Gemeinschaften das Einkommen und macht oft bis zu 44 % des Haushaltseinkommens aus.
Das schafft einen starken Anreiz, den Regenwald zu erhalten. Bewusster Konsum in Europa kann damit den Regenwaldschutz unterstützen.

7. Gibt es Alternativen zu Paranüssen?

Grundsätzlich kann man bezüglich einer günstigen Protein- und Fettzusammensetzung auch zu Walnüssen, Mandeln oder Haselnüssen greifen.

Allerdings decken diese Nüsse den Selenbedarf bei weitem nicht ab.

Fazit: Paranüsse – klein, kraftvoll, aber bitte mit Maß!

Paranüsse sind kein Alltags-Snack, sondern ein hochkonzentriertes Selen-Naturprodukt.
Maximal eine Nuss aus hochwertiger Quelle pro Tag liefert beeindruckende Gesundheitsvorteile – mehr braucht es nicht.

Daher gibt es auch keine Rezeptideen mit Paranüssen (ein Kuchen auf Paranuss-Basis wäre eher kontraproduktiv), aber folgende Tipps für die Verwendung:

  • eine Paranuss zum Kaffee oder Tee – statt dem üblichen Keks
  • eine Paranuss in der Studentenfuttermischung des Tages (einzeln zufügen zur Basismischung)
  • eine Paranuss klein gehackt ins Müsli, über Joghurt oder Blattsalat geben

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