Speisepilze sind weltweit beliebt. In letzter Zeit richtet sich in westlichen Ländern die Aufmerksamkeit zusätzlich auf sogenannte Vitalpilze. Sie haben wegen ihrer gesundheitsförderlichen Eigenschaften seit Jahrtausenden einen festen Platz in der asiatischen Medizin und asiatischen Ernährung. Einige Vitalpilze, wie Maitake, sind köstliche Speisepilze. Maitake hat außerdem spannende Wirkungen auf die Gehirnfunktionen und das Immunsystem.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • was Maitake ist,
  • welche besonderen Inhaltsstoffe in Maitake stecken,
  • warum Maitake als Brainfood interessant ist,
  • welche weiteren Wirkungen und medizinischen Anwendungen es für Maitake gibt,
  • wie es um Sicherheit, Nebenwirkungen, Kontraindikationen bestellt ist,
  • wie man Maitake verwendet: frisch und als Pulver,
  • wo und in welcher Form Maitake erhältlich ist,
  • wie Sie Maitake-Effekte verstärken können.

Was ist Maitake?

Maitake wird auf deutsch „Klapperschwamm“ (die Hüte schlagen beim Schütteln der Fruchtkörper wie Klappern zusammen), „Laubporling“ oder „Henne des Waldes“ genannt. Es ist sowohl ein begehrter Speisepilz als auch ein Vitalpilz (Heilpilz), vor allem in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), zunehmend aber auch in westlichen Ländern.

Anders als der Vitalpilz Reishi (Ling Zhi, Glänzender Lackporling) schmeckt Maitake nicht bitter sondern hat eher ein würziges Pilzaroma (umami) und einen leichten Nussgeschmack. Daher passt Maitake hervorragend in verschiedene herzhafte Gerichte, einige Getränke und harmoniert sehr gut mit einigen Nahrungsmitteln wie Kakao.

Maitake wächst an Laubbäumen, vor allem am Fuß alter Eichen, aber auch unter Linden, Ulmen, Ahorn, Kastanien und Buchen. Er kommt von den Subtropen bis in die nördlichen gemäßigten Zonen vor: Japan, Europa, nordöstliches Amerika. In der Natur sieht er wie ein kleiner belaubter Busch aus, erreicht bis zu 50 cm Höhe und 15 kg Gewicht und ist an vielen graubraunen Hüten zu erkennen.

Der lateinische Artname lautet „Grifola frondosa“. Er nimmt Bezug auf die Fänge von Greifvögeln, denen die Pilzhüte ähnlich sehen.

In China und Japan ist Maitake schon seit Jahrtausenden einer der beliebten Speisepilze. Der japanische Name Maitake bedeutet „Tanzender Pilz“. Früher war Maitake in China so wertvoll und eher selten, so dass die Fundstellen geheim gehalten wurden. Seit den 1980er Jahren wird Maitake im Wesentlichen als Zuchtpilz verwendet.

Maitake im Wald
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Maitake-Tempura, ein beliebtes asiatisches Gericht.
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Inhaltsstoffe von Maitake

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Maitake ist reich an (Ehlers 2003; Philipps 2012; He 2017; Cardwell 2018):

  • Vitaminen
  • Mineralstoffen
  • sekundären Pflanzenstoffen: z.B. Flavonoide, organische Säuren, Triterpene – einige von ihnen wirken stressreduzierend bzw. adaptogen
  • Eiweiß. Zusätzlich kommt eine besondere Aminosäure (Eiweißbaustein) in Maitake vor: L-Ergothionein (LE). Sie ist wasserlöslich, hitzestabil, stabil bei hohen pH-Werten, enthält Schwefel und wirkt antioxidativ. Etwa 0,7 mg LE pro Gramm Trockengewicht Maitake wurden identifiziert. LE wird auch als Langlebigkeits-Nährstoff bezeichnet (Agrawal 2019).
  • Vitamin D: Vitamin D ist in den Formen D2 und D4 in Pilzen, die Sonnenlicht oder Lampen mit UV-Licht ausgesetzt waren, in relativ hoher Konzentration enthalten. Pilze wie Maitake sind außergewöhnlich darin, dass sie einen relevanten Beitrag zur Vitamin D-Versorgung über die Ernährung leisten können. Dies ist über andere Nahrungsmittel kaum möglich. Da Vitamin D auch bei der Aufnahme von Calcium hilft, wird ein Zusammenhang mit der Prävention von Osteoporose vermutet.
  • Ballaststoffen, insbesondere bioaktive Polysaccharide (Beta-Glucane), die das Immunsystem Aus den Maitake-Fruchtkörpern wurden verschiedene Extrakte hergestellt und die einzelnen Fraktionen auf ihre Wirkungen untersucht (He 2017), z.B.:
    • D-Fraktion: besteht im Wesentlichen aus Beta-Glucanen, aktiviert das Immunsystem
    • MD-Fraktion: ein proteingebundenes Polysaccharid, das in der komplementären Tumortherapie zum Einsatz kommt (zur Steigerung des Effekts meist in Kombination mit Vitamin C)
    • SX-Fraktion: ein Glykoprotein, das einen positiven Einfluss auf die Blutzuckerstabilität und Insulin-Sensitivität hat
    • Grifolan: verzweigtes Beta-Glucan

Maitake ist zudem: glutenfrei – ganz im Sinne eines wirkungsvollen Brainfoods, laktosefrei, milchfrei, allergenarm.

Warum ist Maitake als Brainfood interessant?

Um die Gehirnleistung in Top-Form zu bringen und zu halten sind verschiedene Faktoren von Bedeutung:

Optimales Stress-Level

Bei zu hohem Stress werden Funktionen des Großhirns blockiert und die Denkleistung damit reduziert. Daher ist es wichtig, immer wieder aus hoher Stressbelastung in den Bereich zu kommen, in dem geistige Anregung herrscht, jedoch keine Überforderung. Um diesen Zustand zu erreichen, werden Adaptogene verwendet: Pflanzen, die ausgleichend auf das Stress-/Nervensystem, Hormonsystem und Immunsystem wirken. Maitake ist, wie andere Vitalpilze, ein Adaptogen. Zudem wirkt Maitake gegen Bluthochdruck (Agrawal 2019), welcher bei Stress als Begleitsymptom auftreten kann. Maitake ist also stressausgleichende Nervennahrung, die die optimale Gehirnleistung unterstützt.

Blutzuckerstabilität

Blutzuckerschwankungen führen zu Konzentrationsproblemen, Müdigkeit und den Fokus störenden Heißhungerattacken bei „Unterzucker“. Bei zu hohem Blutzucker bzw. Blutzucker-Spitzen kommt es zu Entzündungen im Hippocampus, dem Gedächtniszentrum, wo letztlich sogar Gehirnzellen absterben können.
Um diese negativen Auswirkungen auf Konzentration, Wachheit, Fokus und Gedächtnis zu verhindern, sollte der Blutzucker möglichst stabil in einem Optimalbereich sein.
Maitake hilft, durch Hemmung der Alpha-Glucosidase, den Blutzucker stabil zu halten und wirkt gegen Insulin-Resistenz. In Tierstudien und bei Patienten wurde der blutzuckersenkende Effekt und eine bessere Insulin-Sensitivität bei Diabetes nachgewiesen. Für Menschen gibt es Hinweise, dass der Nüchternblutzucker ebenfalls gesenkt wird (Ulbricht 2009; He 2017; Agrawal 2019).

Wirkung im Zentralnervensystem

    • Maitake fördert das Nervenzellwachstum im Gehirn von Tieren (Phan 2013)
    • Komponenten aus Maitake schützen Nervenzellen vor neurogenerativen Prozessen(Agrawal 2019)
    • Maitake (Beta-Glucane) führt zu verbessertem Lernen und Gedächtnis im Tiermodell für Alzheimer (Bai 2019)
    • Maitake zeigt antidepressive Wirkung im Tiermodell, wenn der Pilz Bestandteil der Ernährung ist (Bao 2016; Bao 2017).

Stärkung der Darm-Hirn-Achse (Bauchhirn-Gehirn-Interaktion)

Beta-Glucane werden von den Bakterien im Dickdarm als Energiequelle genutzt und zu kurzkettigen Fettsäuren abgebaut. Diese sind wiederum Nährstoffe für die Darmwandzellen und fördern eine gesunde Darmflora. Eine intakte Darmschleimhaut sowie ein gesundes und vielfältiges Darmmikrobiom sind wesentliche Voraussetzungen für eine reibungslose Interaktion des „Bauchhirns“ (enterales Nervensystem rund um den Magen-Darm-Trakt) mit dem Gehirn. Beide stehen über den Vagusnerv und Gehirnbotenstoffe wie Dopamin und Serotonin in unmittelbarem Kontakt.

Starkes Immunsystem

Ein starkes Immunsystem verhindert Erkältungen, Grippe und andere Erkrankungen, die die Leistungskraft des Körpers und des Gehirns schwächen. Daher wird jeder Kopfarbeiter Wert auf eine Top-Immunabwehr legen. Maitake-Komponenten wie Grifolan und andere Beta-Glucane zeigen in Tierstudien eine aktivierende Wirkung auf das Immunsystem (T-Helfer-Zellen, Makrophagen, Interferon-gamma, Interleukin-1, Interleukin-6, Interleukin-12, Interleukin-18, TNF-alpha), sowie antivirale und antibakterielle Eigenschaften (Ulbricht 2009; Agrawal 2019).

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  • Pilze als Adaptogene: Reishi für mehr Leistungsfähigkeit bei Stress
  • Maitake: Adaptogen, Gehirn- und Immunsystemoptimierer
  • Literaturverzeichnis
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Weitere Wirkungen und medizinische Anwendungen von Maitake

In Asien ist Maitake ein beliebter Speisepilz und Extrakte werden dort für verschiedene medizinische Anwendungen empfohlen, die vor allem mit den immunstärkenden, antioxidativen (antientzündlichen) Wirkungen von Maitake in Verbindung gebracht werden. Präklinische Studien untermauern eine möglicherweise förderliche Verwendung bei (Ulbricht 2009; Agrawal 2019):

  • Virusinfektionen:
    • Grippe
    • Herpes simplex
    • Hepatitis (da eine leberschützende Wirkung und bei Menschen eine Wirkung gegen das Hepatitis-Virus gezeigt wurde)
    • HIV
  • Krebserkrankungen (Absterben von Krebszellen, Reduktion der Teilung z.B. bei Blasen-, Prostata-, Magenkrebs durch Maitake im Tiermodell)
  • Gewichtsreduktion (Abnehmen) bei Diabetes
  • Arthritis

Foto: 66945814, www.fotolia.com

Maitake: Sicherheit in der Anwendung, Nebenwirkungen, Kontraindikationen

Da es bislang nur wenige klinische Studien zu Maitake und der Anwendung bei Menschen gibt, werden meist Daten aus traditioneller Verwendung (Speisepilznutzung und TCM) und aus Tierstudien als Hinweis verwendet. Derzeit wird Maitake folgendermaßen eingeschätzt (Ulbricht 2009):

  • Maitake gilt aufgrund der traditionellen Verwendung als sicher, wenn der Pilz regelmäßig in geringen Dosen aufgenommen wird.
  • Vorsicht bei Allergien gegen Maitake.
  • Es gibt keine Daten zur Sicherheit von Maitake für Schwangere und Stillende, daher sollte Maitake von diesen Frauen vorsichtshalber nicht gegessen werden.
  • Da Maitake blutdrucksenkend wirkt, sollte Maitake von Menschen mit niedrigem Blutdruck nur in geringen Mengen und mit Vorsicht verwendet werden.
  • Diabetiker sollten berücksichtigen, dass Maitake den Blutzucker senken kann.
  • Aufgrund der immunmodulierenden Eigenschaften ist Vorsicht in der Anwendung von Maitake geboten, um Wechselwirkungen mit Medikamenten zu vermeiden: z.B. bei Verwendung von Medikamenten zur Tumortherapie, bei antiviralen Medikamenten (Herpes simplex, Hepatitis B) und Immunsuppressiva sowie Interferonen.

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Wie verwendet man Maitake?

Maitake ist ein wohlschmeckender Speisepilz. Es gibt einige Rezepte, wie man ihn zubereiten kann. Auch in asiatischen Restaurants kann man frischen Maitake-Pilz in Gerichten antreffen.

Ideen zur Zubereitung von frischem Maitake-Pilz

  • als Bestandteil in selbst gemachten Frühlingsrollen oder Sommerrollen (mit Reispapier statt Teig, in das Gemüse, Pilze und/oder Fleisch eingewickelt und dann in Fett ausgebraten werden)
  • Brühen und Suppen: Gemüsesuppe, Fleischbrühe oder Ramen
  • in Nudel-Bowls, über Pasta (Nudeln), z.B. in einer Pilz-Creme-Sauce
  • zu einem Omelette oder Pfannkuchen (eingebacken oder als Pilz-Sauce)
  • in einer Pilz-Quiche
  • zu/in Risotto
  • zu einem Steak (als Pilz-Sauce)
  • ausgebacken als Pilz-Tempura (sehr beliebt in Asien) – Empfehlung: einen glutenfreien Tempura-Teig wählen, wenn es echtes Brainfood sein soll

Da Maitake nicht immer frisch erhältlich ist, wird der Pilz auch als Pulver (lose oder in Kapseln), Extrakt oder als Tinktur (Tropfen) angeboten. Damit lässt sich Maitake als Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, das Pulver oder der Inhalt der Kapseln aber auch zum Kochen verwenden.

Ideen zur kulinarischen Verwendung von Maitake-Pulver

  • In einem Smoothie: exotische Früchte wie Ananas oder Mango mit etwas Kokoswasser, Nussmilch oder Wasser, nach Wunsch auch grünem Blattgemüse wie Spinat oder Grünkohl und Maitake-Pulver fein pürieren (ca. 1 TL Maitake-Pulver auf 600-700 ml Smoothie)
  • Wie ein Gewürz: durch den „umami“-Geschmack erhalten Suppen, Eintöpfe, Gemüsegerichte einen besonderen Pfiff, wenn etwas Maitake-Pulver wie ein Gewürz zugegeben wird
  • Als Tee: ca. 1 TL Maitake-Pulver pro Tasse mit heißem Wasser
  • Maitake-Schokokekse (Kakao und Maitake harmonieren sehr gut)

 

Dosierungsempfehlungen

  • Meist werden 1-2 TL Maitake-Pulver pro Tag empfohlen, die in Getränke oder über bzw. in Speisen verteilt werden
  • Als Kapseln mit ca. 0,4 g reinem Maitake-Pulver werden meist pro Tag 1-2 Kapseln empfohlen.

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Dabei ist auch ein Rezept für Maitake-Schokokekse.

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